herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände,
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Methodentyp: |
Kartenabfrage |
|---|---|
Ziele: |
Für (materielle und immaterielle) Bedürfnisse sensibilisieren; Aufmerksamkeit schaffen für demonstrativen Konsum |
Inhalte: |
persönliche Einstellung zum Haben-Wollen |
Dauer: |
30 Minuten |
Material: |
Wandzeitung, Moderationskarten in unterschiedlichen Farben,
Pinn-Nadeln |
Anleitung:
Diese Kartenabfrage kann auch, obwohl sie in die Phantasiephase gehört, auch in der Problematisierungsphase
erfolgen. Allerdings erfolgt die Auswertung wirklich erst hier in der Phantasiephase. Es kommt darauf an,
dass die Schüler und Schülerinnen sehr spontan mit dieser Frage konfrontiert werden und jeder bzw. jede
für sich in einer Stillphase Moderationskarten mit individuellen Aussagen ausfüllt. Alle Karten werden
auf einer Wandzeitung gesammelt, möglichst zu Themenbereichen und dann später zusammengefasst.
Stange und Gnielczyk (Zukunftswerkstatt, S. 113) heben besonders hervor, obwohl „die Schülerinnen und
Schüler wissen, dass es bei dieser
Zukunftswerkstatt Schuldenprävention um Ausgabeverhalten /
Schuldenverhalten / Haben-Wollen geht, [sie] in allen bisher durchgeführten Werkstätten fast ähnliche
Ergebnisse erhalten [haben]: [...] Glücklichsein hängt sehr eng damit zusammen, dass ich Freunde habe, einen
besonderen Freund bzw. eine Freundin, dass mir mein Vater, meine Mutter mehr Zeit und Aufmerksamkeit
schenken mögen. Aber auch immaterielle Dinge wie „gesund bleiben”, „intakte Natur” wurden und werden oft
benannt.”
Da sie davon ausgehen, dass dies so auch häufig vorkommen wird, wäre an dieser Stelle die Diskussion mit den Schülern und Schülerinnen fruchtbar, über „Akzeptiertsein”, „Freunde haben” zu reden und welchen Stellenwert die Konsumgüter – Spielekonsole, Walkman, Turnschuhe von XXX usw. – einnehmen.
Interessant ist zu sehen, dass Jugendliche durchaus ein Gespür haben, dass Haben-und-Besitzen-können nicht das allein Seligmachende im Leben sein kann. Warum dennoch das Materielle oft in den Vordergrund rückt, dieser Frage ist mit ihnen gemeinsam nachzugehen:
Es ist ganz wichtig, dass die Diskussion und die Suche nach einer Antwort (Warum ist das so? Warum bin ich so?) nicht moralisch diskutiert wird. Vielmehr scheint es – nach den Erfahrungen von Stange und Gnielczyk – richtig zu sein, den Jugendlichen Raum und Zeit zu geben, sich und ihren Träumen / Wünschen nachzuspüren, sich zu erfahren und als Fazit zu wissen, wie sie innerlich „funktionieren”.
Oft fällt es Menschen leichter, Aufmerksamkeit beispielsweise durch das Tragen einer Jackeoder von Schuhen einer beliebten, "angesagten" Marke zu bekommen, als sich um freundschaftliche Kommunikation zu bemühen. Diese möglichen Zusammenhänge offen zu legen, wäre wichtig. Aber auch dann ist es wichtig, es so zu akzeptieren wie es ist und es nicht moralisch zu diskutieren. Vielleicht kommt ja der eine oder andere auf diese Weise auf die Idee, seine Konsumhaltung bewusster wahrzunehmen und dies könnte ermöglichen, zukünftig anders zu handeln und zu konsumieren als bisher.
Modifiziert nach: Stange, W., Gnielczyk, P: Schuldenprävention. Eine Zukunftswerkstatt, Berlin 2000, S. 113f.