herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände,
gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
* nur für ältere Schüler geeignet
Kann auch als Hausaufgabe bearbeitet werden. Da diese Erkundung viel Zeit in Anspruch nimmt, ist sie besonders bei Projektwochen geeignet.
Methodentyp: |
Markterhebung, Interview |
|---|---|
Ziele: |
Besuch einer Bank, Sparkasse. Befragung anhand eines
Interview-Leitfadens |
Inhalte: |
Kosten für ein Girokonto, Bedingungen bei Vertragsabschluss,
Besondere Angebote für Kinder und Jugendliche. Sparbuch, Bedingungen bei Vertragsabschluss, Alternativen |
Dauer: |
ca. 3 Stunden, inkl. der Vorarbeiten (Erarbeitung eines Fragebogens) und Auswertung der Erkundung |
Material: |
Fragebogen, Stifte, Wandzeitung |
Anleitung:
Informationsmaterialien könnten per Post von einer Bank oder Sparkasse angefordert und dann im
Klassenraum mit den Schülerinnen und Schülern ausgewertet werden. Realitätsgerechter und interessanter ist
aber der Besuch vor Ort, er muss allerdings gut vorbereitet sein!
Außerdem können die Jugendlichen hier mögliche Schwellenängste abbauen und lernen, in künftigen
Verhandlungsgesprächen ihre Position zu vertreten.
Zur Vorbereitung der Interviews in den Filialen der Geldinstitute ist es ratsam, vorher telefonisch Kontakt
aufzunehmen, damit entsprechende Gesprächspartner auch genügend Zeit haben und auf die Fragen ausführlich
eingehen können.
Die Schülerinnen und Schüler sollten bei ihrem Besuch auch die Gesprächsatmosphäre mitbeachten und kritisch
würdigen. (Werden sie als potentielle Kontoinhaber umworben? Welches Image wird transportiert?)
Die Schülerinnen und Schüler sollen in Kleingruppen zu verschiedenen Geldinstituten vor Ort gehen und
anhand des vorher eigenständig erarbeiteten Interview-Fragebogens Informationen einholen. Die folgenden
Leitfragen können eine Orientierung geben, wie ein solcher Fragebogen aussehen kann.
Die Leitfragen könnten so aussehen:
Girokonto ? (Bedingungen, Kosten, Ablauf etc.)
Kredit aus? Die Antworten sollten beim Interview schriftlich festgehalten werden, damit sie hinterher in der Klasse
genau wiedergegeben werden können. Auf einer Wandzeitung werden alle Antworten stichwortartig gesammelt und
miteinander verglichen. In der anschließenden Diskussion sollten besondere Schwerpunkte gesetzt werden:
Funktionen des Sparbuchs, des Girokontos, Dispositionskredit etc.
Je nach Alter und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler können hier weitere Bearbeitungsschwerpunkte
behandelt werden. So kann es zunächst einmal überhaupt darum gehen, Sparbuch und Girokonto kennen zu
lernen, einen Überweisungsträger auszufüllen usw. Deutlich sollte herausgearbeitet werden, dass
Minderjährige keinesfalls einen Kredit bekommen können.
Ausgehend von der Frage 4: "Für den Kauf eines PCs oder eines Fahrrads, einer Mofa etc. benötige ich eine
Finanzierung. Wie sehen die Konditionen für einen Kredit aus?" könnten unterschiedliche
Kreditarten
zusammengetragen und auf einer Wandzeitung notiert werden. Auf die Möglichkeiten und Bedingungen
der Kreditfinanzierung wird in den anderen Modulen jeweils noch problembezogen eingegangen.
Ebenfalls können hier unterschiedliche Ansparmöglichkeiten für langfristige Konsumwünsche diskutiert werden.
Ein
Ansparrechner
kann helfen, den Sparverlauf über längere Zeiträume und mit unterschiedlichen Zinssätzen
transparent zu machen.
Hier könnte außerdem diskutiert werden, wie Kombinationen aus Sparen und Kreditfinanzierung aussehen können,
um eine Verschuldung möglichst gering ausfallen zu lassen.
Modifiziert nach: Stange, W., Gnielczyk, P: Schuldenprävention, Berlin 2000, S. 134f.